Im Westen nichts neues
Mea culpa, mea maxima culpa! Über vier Wochen keine Bericherstattung von der Computerfront.
Bereits am 29. Dezember haben die Redakteure vom SPIEGEL das Gaming-Thema aufgegriffen und in einem Artikel das Fähnchen für uns Spieler hochgehalten. Wenn dreizehnjährige am Rechner 3-D-Modelle bauen und über eigene Netzwerke mit Codern und Grafikern an der Produktion von Spielerweiterungen mitwirken, kann das nicht dumm sein. Sicher gibt es auch hier Ausnahmen von der Regel, aber Gamer sind nicht durchweg fett und bescheuert.
Das ZDF ist inzwischen etwas ruhiger geworden, dafür fährt die Spielindustrie nun massiv Gegenargumente auf. Wie ebenfalls im SPIEGEL zu lesen ist hat eine Studie unter erwachsenen US-Gamern ergeben, dass diese weder dumm noch fett sind. Statdessen lesen sie viel und machen viel Sport. Wie allerdings gleich kritisch bemerkt wird, sind Studien eine Sache für sich. Wie heißt es so schön, "traue nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast". Nichtsdestotrotz machen die Redakteure beim SPIEGEL das, was dem ZDF im letzten Post nahegelegt wurde - recherchieren und Themen von mehreren Seiten beleuchten.
In einem weiteren Artikel meldet sich Allianz-Verkehrsexperte „Jörg Kubitzki“ zu Wort. Der Tausendsassa, der sich sonst mit Unfallzahlen und der Auswirkung von Drogen auf das Fahrverhalten beschäftigt, wird nun auch im Bereich Games aktiv. Auf Grund einer aktuellen Studie (wir hatten das Thema ja bereits) kommt er zu dem Schluss, dass Racing-Spiele wie "Need for Speed" zukünftige Verkehrsrowdies züchten und in Zukunft nicht mehr an Jugendliche abgegeben werden sollen. Wie gut, dass der SPIEGEL einen anderen Forscher zu Wort kommen lässt, der davon überhaupt nicht überzeugt ist und Kubitziki’s Aussagen entkräftet.
Das Thema PC-Spiele und Shooter bleibt also auch im Januar heiß. Gegenstudie jagt Studie und immer neue Experten, von denen die Welt (und die Spiele-Szene) noch etwas gehört hat, melden sich zu Wort. Die Frage ist, wer sich am Ende durchsetzen wird. Sicher ist dabei aber eins, die Dummheit wird siegen. Die Tatsache, dass ein dämlich Kinderlied wie „Schnappi“, gesungen von der achtjährigen Joy, es über einen Internet-Hype bis auf Platz eins der deutschen Verkaufscharts schafft, sollte dafür Zeichen genug sein. es ist also die Frage, wer hier langsam verdummt. Vielleicht sollten Gamer mal eine Studie durchführen, wer (ausgenommen Eltern mit Kindern) so einen Schwachsinn kauft. Gamer sicherlich nicht...
